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WIE OPA DEN KRAMPUS ERSCHOSSEN HAT

Es war am 5.Dezember 1990, einem Mittwoch. Der ganze Tag war neblig, feuchtkalt und der späte Herbst zeigte,
das er schon bald seine Herrschaft an den Winter abtreten würde.
Auch die Tage wurden immer kürzer, um 17 Uhr war es schon finster. Viele Leute in der Stadt hatten Asthmabeschwerden und die Rettung war oft unterwegs.
Und jetzt, man beachte das Datum, natürlich auch die Höllensöhne mit ihren Ruten und Ketten, brummend und rasselnd.

Meine kleine Enkelin Christina, jetzt macht sie gerade ihren Führerschein, war bei den Nachbarskindern in unsrer Terrassenhaussiedlung einen Stock tiefer im Erdgeschoss. Sie spielte mit Christoph und Martin und war leicht nervös, denn die Krampusse liefen herum und man weiss ja nie.
Martin der ältere nahm die Sache gelassen, er war ja schon 9 jahre und kannte sich aus. Der Chef sozusagen.
Und alle warteten auf den Nikolaus, der bestellt und mit dem Spickzettel samt den aufgelisteten guten und den weniger guten Taten und mit einem Sack voll Schleckereien für die braven Kinder unterwegs war.
Plötzlich gab es ein Riesengetöse im Vorgarten vor dem Fenster. Kettengerassel an den Scheiben und auf einmal ging das Fenster nach innen auf da es anscheinend nicht richtig verriegelt war. Ein Krampuskopf mit einer richtig furchterregenden Krampusmaske schaute herein, vom Pelz sah man auch noch genug und mit der Rute hat er auch noch rumgefuchtelt. Da hat es sogar dem Chef die Rede verschlagen und er ist ganz blass geworden. Käsemäßig.

Ja, und erst die beiden kleineren, Christina und Christoph, die sind ganz fürchterlich erschrocken und sie zitterten die Armen. Ich dachte für mich, jetzt haben sie einen Schock fürs Leben und da müssten wir was machen. Zuerst wurde das Fenster wieder verriegelt und dann sagte ich zu den Kindern: "Das werden wir gleich haben" und wollte zur Tür hinaus um nach dem Rechten zu sehen. "Nein Opa, bleib da. Du kannst jetzt nicht rausgehen sonst nimmt er dich mit." " Ich hole nur meinen Revolver und dann werden wir schon sehen" beruhigte ich die kleinen und lief einen Stock höher um mir meine Smith & Wesson, Kaliber 357 MAgnum zu holen und dann war ich schon wieder unten und feuerte einen Schuss in den Dezemberhimmel. Wer eine 357 Magnum kennt, weiß was die für ein Getöse macht.
Dann lief ich noch ein Stückchen ums Eck und setzte noch so einen Ohrenzuknaller.

Zurück zu den kindern sagte ich: " Also beim ersten Schuss da ist er mir noch ausgekommen, aber beim zweiten hab ich ihn sicher derwuschen. ihr braucht jetzt keine Angst mehr zu haben" Es war ihnen die Erleichterung über die abgewendete Gefahr direkt anzusehn. Keine 5 Minuten später kam zufällig ein Rettungsauto mit tatüü tataaa in die Siedlung gefahren. Dazu musste vorher ein Schranken geöffnet werden da sonst keine Autos fahren dürfen und können. "Holen sie jetzt den Krampus ab?" "Ja, jetzt wird er ins Spital gefahren!"

Kurz darauf kam dann der lang ersehnte Nikolaus, es wurden die Gedichte aufgesagt, die Leckereien verteilt und der Nikolaus, der von all dem vorangegangenem nichts wusste verabschiedete sich mit den Worten: "Und das ihr mir alle schön brav bleibt, weil sonst muss ich euch den Krampus schicken, der versteht keinen Spass!"
"Den hat aber der Opa schon erschossen und die Rettung hat ihn ins Spital geführt" tönte es aus Kindermunde.
Auch im Kindergarten und in der Schule vom Martin machte die Geschichte vom erschossenen Krampus bald die Runde und der Opa wurde dort eine ausgesprochene Respektperson und als Held gefeiert!

 
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